Biographie

Hilary Griffiths wurde in England geboren. Er studierte Mathematik an der Universität von Oxford und Musik in London an der Royal Academy of Musik und dem London Opera Centre, in Siena an der Accademia Chigiana und in Mailand am Conservatorio Giuseppe Verdi. Er wurde Preisträger bei den internationalen Dirigentenwettbewerben, AIDEM, Florenz und Marinuzzi, San Remo.

Sein erstes Engagement führte ihn als Kapellmeister nach Köln, wo er über 300 Opernaufführungen dirigierte und als Direktor des Opernstudios fungierte. Anschließend wurde er Musikdirektor am Theater Oberhausen, und danach Generalmusikdirektor der Stadt Regensburg. Er war auch Chefdirigent an der Staatsoper, Prag, wo er weiterhin als ständiger Gastdirigent tätig ist und bisher zehn Neuproduktionen und über 200 Aufführungen von vierundzwanzig verschiedenen Opern dirigierte. Er war regelmäßiger Gastdirigent an der Kölner Oper und von 1991 bis 2006 Musikdirektor der Eutiner Festspiele. Seit August 2009 ist er Chefdirigent und musikalischer Oberleiter der Wuppertaler Bühnen.

Mit Konzerten und Opernaufführungen gastierte er u.a. in Berlin (Konzerthaus), Dresden (Semperoper), Hannover, Düsseldorf, Wiesbaden, Dortmund, Bremen, Nürnberg und Basel sowie in Barcelona, den Haag, Eindhoven, Rotterdam, Oslo, Reykjavik, Bogotá, Leeds und Tokyo, und bei den Festspielen von Edinburgh, Camden, Schwetzingen, Wiesbaden, Würzburg, Gmunden, Prag, Litomyšl, Miskolc, Tenerife, Hong Kong und Perth.

Sein Repertoire von mehr als hundert verschiedenen Opern umfasst die gesamte mittlere und spätere Verdi, sowie alle bekannte Opern von Mozart und Puccini. In letzter Zeit hat er sich mit den Werken von Strauss (Salome, Der Rosenkavalier, Ariadne, Intermezzo) und Wagner (Holländer, Tannhäuser, Tristan, Meistersinger) auseinandergesetzt, und setzte Akzente im tschechischem Repertoire (Smetana, Dvorák und Janácek) und bei zeitgenössischer Musik - er dirigierte die deutsche Erstaufführungen von drei Opern von Thea Musgrave, sowie die Uraufführungen von Das Gauklermärchen (Konzelmann/Ende), dem Ballett Lulu (Rota) und die Oper La porta della legge von Salvatore Sciarrino.

Sein sinfonisches Repertoire reicht vom Barock - er ist oft als Cembalist aufgetreten - bis zu den großen Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Besondere Ereignisse in letzter Zeit waren das War Requiem (Britten) in der Rudolfinum, Prag, Mahler 1., Die Planeten (Holst) und die Turangalîla-Symphonie (Messiaen) im Audimax, Regensburg, Bruckner 9. im Regensburger Dom, und Das Lied von der Erde zur 50-jähriges Jubiläum des Orchesters der Staatsoper, Prag. In Köln dirigierte er einen Zyklus aller Sinfonien und Solokonzerte von Beethoven; in Konzerte, die vom Rundfunk übertragen wurden, leitete er das Rotterdam Philharmonischen Orchester, das BBC Welsh Symphony Orchestra, das WDR Rundfunkorchester, das Orquesta Sinfonica de Colombia und die Virtuosi di Praga. Er leitete eine Spanien-Tournee mit dem Kammerorchester der tschechischen Philharmoniker und Japan-Tourneen mit der Staatsoper Prag und dem Theater Oberhausen. Er hat viel zeitgenössische Musik dirigiert, darunter mehrere Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen, aber auch Jugendkonzerte, Kinderkonzerte und Konzerte mit Musik aus Operetten und Musicals.

Er hat neulich die ersten modernen Aufführungen von Sinfonien von Pokorny - die er selbst revidiert hat - und eigene Orchestrierungen der französischen Lieder von Wagner dirigiert. Er hat CD-Aufnahmen von Werken von Jommelli und Weber sowie Gesamtaufnahmen von Tiefland, La Bohème (Leoncavallo) und I vespri siciliani eingespielt; eine DVD von Il matrimonio segreto (Regie: Michael Hampe) ist bei EuroArts erschienen und eine Fernsehaufzeichnung von Der Freischütz wurde 2005 von NDR gesendet.

Bei den Opernfestspielen auf Teneriffa hat er Il matrimonio segreto, Die Entführung aus dem Serail, Un ballo in maschera, Rigoletto und Madama Butterfly dirigert. Andere Produktionen der letzten Zeit waren Erwartung für das Festspiel „Prager Frühling“, Porgy & Bess an der Staatsoper Istanbul und La Bohème von Leoncavallo an der Staatsoper Prag. Dort dirigierte er eine Neuproduktion von Tiefland im Herbst 2003 anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der dortigen Uraufführung. Von 2005 bis 2008 war er Professor und musikalischer Leiter der Opernschule an der Musikhochschule Mannheim. In dieser Zeit dirigierte er u.a. Neuproduktionen von Cavalleria rusticana, Pagliacci, Der Freischütz, Il trovatore und Der Vogelhändler bei den Eutiner Festspielen, Tosca, Carmen, La Bohème und eine neue Produktion von I vespri siciliani and der Staatsoper Prag, Galakonzerte Belcanto in der Oper am Nationaltheater, Mannheim und die Wiederaufnahme von Die verkaufte Braut im Pfalztheater Kaiserslautern.

Während der Jahre 2009/10 dirigiert er verschiedene Sinfoniekonzerte, eine Neuinszenierung von Le nozze di Figaro in Bogotá, Nabucco, Aida, Rigoletto, Tosca, Madama Butterfly und die tschechische Erstaufführung von Tod in Venedig (Britten) in Prag und Fanferlieschen Schönefüßchen (Schwertsik), La porta delle legge (Sciarrino - UA), L'Elisir d'amore, Fidelio, Griechische Passion (Martinu), Eine florentinische Tragödie, Gianni Schicchi und The Messiah in Wuppertal. In Juni 2010 dirigierte er ein Festkonzert (Beethoven IX. Symphonie) zum 60. Jahr der Eutiner Festspiele und in Juli debütierte in New York mit der amerikanischen Erstaufführung von La porta della legge am Lincoln Center Festival. In der Spielzeit 10/11 folgen Produktionen von La Bohème, Arabella und Idomeneo für die Wuppertaler Bühnen, Il barbiere di Siviglia in Bogotá und Der Rosenkavalier an der Staatsoper Prag.

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